In Deutschland sind ca. 1,3 Mio. Menschen von der Alkoholabhängigkeit betroffen.
20.000 Betroffene sterben pro Jahr an den direkten und indirekten Folgen dieser Krankheit.
15% dieser Menschen begehen Suizid.
Die Rückfallquote liegt bei 70-80%.
Für die Angehörigen der Betroffenen sind diese Zahlen besonders erschreckend. Die Frage nach der Möglichkeit eines Hilfsangebotes wird daraus besonders deutlich.

Das Projekt „Saftladen“ in Magdeburg – Salbke gründete eine Angehörigengruppe, die Angehörige und Interessierte aufsuchen könne, die Rat suchen und sich mit Gleichgesinnten austauschen wollen.

Ohne Vertrauen und Sicherheit können Angehörige diese Belastungsprobe nur schwer schaffen.

Frau Silke Ribal ist Medizinische Dokumenttations-Assistentin und Suchtberaterin am Universitätsklinikum Magdeburg und arbeitet ehrenamtlich im „Saftladen Magdeburg“. Sie begleitet jeden zweiten Freitag von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr die Angehörigengruppe .

Für Teilnehmer dieser Gruppe fallen keine Kosten an. Die Schweigepflicht ist für uns selbstverständlich.

Anliegen von „Happy People“

Angehörige von Abhängigkeitserkrankten werden oft nicht ausreichend in die Therapie mit einbezogen. Meist brauchen auch sie Informationen zu möglichen Ursachen und zum Verlauf der Suchterkrankung. Viele Angehörige haben Sorgen und Fragen wie es weitergeht, kann die Abstinenz auch dauerhaft weiterbestehen bleiben oder geht alles wieder von vorn los?

Die SHG „Happy People“ (zu deutsch. „glückliche Leute“) möchte den Angehörigen von Alkoholkranken helfen und ihnen wieder Mut zusprechen, kraftvoller und unabhängiger mit ihrem Partner umzugehen.

Arbeit der Angehörigengruppe

Durch die Sucht des Partners ist oft eine Co-Abhängigkeit zu verzeichnen. Frau Ribal kennt sich in dieser Thematik gut aus, da sie Vorträge über Suchterkrankungen hält, die betriebliche Suchtkrankenhilfe bei ihrem Arbeitgeber vollzieht und im sozialen Projekt „Saftladen“ als ehrenamtliches Mitglied in der Suchtkrankenhilfe (Klärung der Frage: Bin ich süchtig?) tätig ist sowie als Suchtberaterin die Angehörigengruppe im sozialen Projekt „Saftladen“ seit 28.07.2017 betreut.

Ein Austausch unter Angehörigen ist dahingegen sinnvoll, da auch diese Menschen eine Menge durchgemacht haben. Ihr Leid oder ihre Erfahrungen aufzufangen oder den Tod eines geliebten Menschen zu verkraften ist nicht einfach. Fragen wie: „Was kann ich tun? / Wie kann ich einem „nassen“ Alkoholkranken Menschen helfen?“ werden daraus deutlich. In der Gruppenstunde werden Wahrnehmungen, Lebenseinstellungen und das weitere Handeln besprochenen.